MEIN KOPF IST EIN BRUTALER ORT

Wenn die Grenzen zwischen Selbstmitleid und Hass verschwimmen, ist es Zeit, laut zu werden. 

In den letzten drei Jahren seit der Veröffentlichung ihres Debuts Brutalin ist viel passiert, was Aufmerksamkeit und musikalische Aufarbeitung verdient. Und so finden sich auf Selbstmitleitkultur neben persönlichen Themen auch Beobachtungen auf das Weltgeschehen und den schrittweisen Abbau der Empathie. 

Fanatiker jeglicher Couleur bereiten den Boden für Populisten (Sehenden Auges, Treibhaus). Nachbarn und Freunde verlernen miteinander zu sprechen und flüchten sich in ihre Filterblasen (Selbstmitleitkultur). Innere Zerwürfnisse und Zukunftsängste (Janusmann, Das Rad, Opferkreise) kämpfen sich ins Bewusstsein und trotzdem gibt es immer wieder diese Momente, wenn einfach alles passt, man alles vergessen kann (Adrenalin) und die Kraft findet, sich selbst zu überwinden, um die Welt ein bisschen besser zu machen (Unbesiegbar).

Zwischen Irrsinn und verzweifeltem Optimismus schlägt Selbstmitleitkultur dort ein, wo andere hohle Spüche klopfen und Phrasen dreschen – mitten ins Gesicht.