Awareness
#WIRSINDIMMERFÜRDICHDA
Wir wollen, dass das KOA offen für alle, friedlich und familiär ist– aber wie auf allen Großveranstaltungen oder Partys kann es auch bei uns leider zu Situationen kommen, in denen Besucher:innen sich unwohl fühlen, in denen sie belästigt oder sogar bedroht werden. In diesen Fällen möchten wir für JEDE:N da sein!
Wir – das Karben Open Air und alle Helfer:innen - stehen für Vielfalt, Freude & Toleranz. Unsere Veranstaltung ist ein Ort der Begegnung und soll frei von Diskriminierung und Gewalt sein. Wir wollen, dass sich bei uns ALLE wohl & sicher fühlen!
Du bist gerade auf dem Festival und hast etwas Unangenehmes erlebt oder gesehen?
Dir ist eine Situation nicht ganz geheuer?
Du fühlst Dich irgendwie nicht sicher oder wirst bedrängt?
Dir oder jemandem in deinem Umfeld geht es nicht gut?
Nenne an den Theken, der Kasse oder dem Merchzelt das Codewort “White Angel” oder wende dich direkt an das Awareness-Team (erkennbar an den Warnwesten und am Info-Stand).
Wir wissen dann, dass du Unterstützung benötigst und helfen diskret.
FAQ Awareness
Weil wir das allgemeine Sicherheitsgefühl stärken und ein klares Zeichen setzen möchten, dass übergriffiges oder aufdringliches Verhalten, sexuelle Belästigung, sexualisierte, psychische, verbale oder körperliche Gewalt oder Grenzüberschreitungen bei uns nicht geduldet werden.
Die Kampagne beschäftigt sich mit einem sehr sensiblen Thema, weshalb wir Dich bitten, gewissenhaft und mit einem hohen Maß an Ernsthaftigkeit damit umzugehen und das Codewort nicht missbräuchlich zu verwenden.
Awareness bedeutet: Sich bewusst sein, dass wir in einer Welt leben, die von ungleichen Machtverhältnissen und Diskriminierung geprägt ist. Wir müssen unsere Rolle/ Position in dieser Welt bewusst wahrnehmen und achtsam mit anderen Menschen umgehen.
Grundsätze unserer Awareness-Arbeit
Parteilichkeit: Wir glauben dir.
Betroffenen-Zentriertheit: Du entscheidest über die nächsten Schritte. (Auch: Definitions- und Entscheidungsmacht)
Vertraulichkeit: Was du uns erzählst, wird erstmal an niemanden weitergegeben. Du bestimmst, ob du weitere Hilfe hinzuziehen willst, wie Sanitäter:innen, den Rettungsdienst, die Security oder die Polizei. Du darfst anonym bleiben.
Awareness-Arbeit ist eine grundlegende Haltung, aktive und solidarische Unterstützung, Prävention, Bildung, Reflexion, Intervention und Nachsorge.
Intersektionalität: Wir wissen, dass doppelte und Mehrfachdiskriminierung existiert. Wir arbeiten mit Lösungsansätzen, die von uns verlangen, unsere eigene Machtposition in dieser Welt zu hinterfragen und Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Awareness heißt nicht, dass wir frei von diskriminierendem Denken und Handeln sind, aber es heißt, dass wir verantwortlich dafür sind, das zu ändern.
Was Awareness-Arbeit nicht kann
Awareness ersetzt keine Therapie und keine juristische Aufarbeitung.
Nicht alle Konflikte oder Situationen können überhaupt oder im Rahmen des KOAs gelöst werden. Wenn das so ist, kommunizieren wir das offen und geben Dir Informationen mit, wo Du weitere Hilfe erhalten kannst.
Awareness braucht Ressourcen wie Zeit, mentale Kapazitäten für dieses sensible Thema und Geld (z.B. für Infomaterial), Verständnis für Probleme und eine kollektive Verantwortung. Wir können nur unseren Teil tun, gemeinsam mit Dir schaffen wir mehr!
White Angel ist ein aus Bars in Amerika bekanntes Konzept. Es zielt auf die Bar/Theke als Anlaufpunkt ab und eignet sich deshalb auch gut für Festivals.
Manchmal möchten oder können wir (noch) nicht erzählen, was genau los ist. Mit dem Codewort „White Angel“ bieten wir sofortige Hilfe, ohne dass uns die betroffene Person dabei eine Erklärung schuldig ist. Das Codewort macht es allen Menschen auf dem KOA möglich, schnell & unkompliziert an einen sicheren Ort zu gelangen und Unterstützung zu bekommen.
Das Codewort soll außerdem die Hemmschwelle senken, um sich Hilfe zu holen. Gerade auf Festivals oder Konzerten, wo es häufig sehr laut ist, kann es unangenehm sein, den Vorfall über die Theke rufen zu müssen. Außerdem kommst Du nicht in Erklärungsnot, musst nichts vor einer fremden Person schildern und vor allem musst Du nicht bewerten, ob die Situation auch für Außenstehende „schlimm genug“ war – Du weißt, dass Dir in jedem Fall geholfen wird. Grundsätzlich musst du niemandem erzählen, was genau passiert ist, wenn du das nicht möchtest.
Die Abkürzung FLINTA* steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht binäre, trans- und agender Menschen; *für Personen, die sich mit keinem der genannten Geschlechter identifizieren. Auch männlich-gelesene Personen können "FLINTA" sein, z.B. Transmänner.
Unser Ziel ist es, dass sich alle wohl und inkludiert fühlen. Da es aus logistischen Gründen nicht möglich ist, auf dem Infield ausschließlich Toiletten mit Kabinen bereitzustellen, sodass jede Toilette unisex ist, gibt es klassische Männer-Toiletten mit Kabinen und Pissoirs, sowie FLINTA*-Toiletten (ersetzt die klassische Frauen-Toilette) mit Kabinen.
Bitte schließe nicht vom äußeren Erscheinungsbild auf das Geschlecht einer Person. Nur weil du jemanden als männlich oder weiblich wahrnimmst, bedeutet das nicht, dass diese Person sich auch so identifiziert. Sei bitte gerade auf den Toiletten rücksichtsvoll und sensibel.
Bitte respektiere die Privatsphäre anderer und achte auf den Schutz deiner eigenen. Jegliche Form von Diskriminierung und übergriffigem Verhalten werden nicht geduldet. Wenn du dich unwohl fühlst oder bedroht oder belästigt wirst, melde dich beim Awareness-Team oder einer Vertrauensperson.
- vertraulich und kostenlos -
findest Du z.B. bei
Frauennotruf Wetterau (Nidda): www.frauennotruf-wetterau.de
Wildwasser Wetterau: www.wildwasser-wetterau.de
Frauen helfen Frauen Wetterau e.V.: frauenhaus-wetterau.de
profamilia Friedrichsdorf: www.profamilia.de
Weitere Infos, Beratung und Begleitung außerdem auf folgenden Seiten:
